Hello Mates,
nach gut einer Woche melde ich mich mal wieder zurück. Derweil ist nun endlich die erste Woche meines Semesters hier an der Swinburne vergangen. Endlich hat das angefangen, wofür ich primär den weiten Weg nach Australien hinter mich gelassen habe. Ein paar Sachen konnte ich ja schon vorher so grob in Erfahrung bringen und hab da euch schon ein wenig eingeweiht. Jetzt weiß ich aber viel mehr und möchte euch das nicht vorenthalten.
Studying at the Swinburne University of Technology
Da ich mir gerade nicht sicher bin, ob alle auf dem gleichen Stand sind, ein paar Fakten vorne weg. Meine gewählten Kurse sind:
- Business Strategy
- User Experience Design
- Philosopohy, Media & Culture
(Zusätzlich führe ich hier im Ausland meine zweite Projektarbeit durch, die von meiner Professorin der HS RheinMain betreut wird. Dazu aber ein ander mal mehr)
Das Semester geht 4 Monate, von August bis Ende November. Wobei der komplette November für Klausuren freigehalten wird. Im Endefekt sind es dann nur 3 Monate, 12 Wochen, die ich Vorlesungen, Seminare oder Tutorien habe.
Vorlesungen: Das sind Veranstaltungen, bei denen in meinen Kursen ca. 60-100 Studenten dem Dozenten folgen, der die Kursinhalte erläutert.
Seminare: Hier wird ein Thema mit allen Kursteilnehmern (bei mir ca. 20) diskutiert und in meinen Falle philosyphiert
Tutorials: Diese Veranstaltungen finden begleitend zu den Vorlesungen statt. Hier werden in kleinen Gruppen mit ca. 10 Studenten praxisorientierte Beispiele durchgenommen, die den Kursinhalt verständlicher machen.
Für jeden der drei Kurse gibt es nicht nur ein oder zwei Abgaben, wie ich es bisher gewohnt bin, sondern ein paar mehr. Das sind z.B. wöchentliche oder andere regelmäßige Abgaben wie die Ergebnisse der Tutorien oder die Antworten von den Kapitelfragen aus den zu lesenden Büchern. Aber auch Präsentationen, Seminararbeiten, Essays und ein paar Klausuren müssen geschrieben/gehalten werden. Durch die vielerlei Abgaben, die mit verschiedenen Prozentsätzen in die Gesamtnote einfließen gleicht es einem fairen System. Sogar die Anwesenheit bei Tutorien fließt teilweise mit kleinen Prozentsätzen mit ein. Aus der derzeitigen Perspektive erwartet mich zwar sehr viel Arbeit während des Semesters, dafür habe ich aber keine zig Klausuren am Ende des Semesters. Um genauer zu sein, werde ich in der Klausurphase nur eine Klausur schreiben. Der ganze Rest muss bis dahin schon erledigt sein. Durch die anfängliche Unkenntnis und favorisierten Themen wird es für mich gerade am Ende des Semesters etwas stressig, da sich da die Abgaben und Präsentationen gerade so stapeln.
Lesen werde ich in diesem Semester auch eine Menge. Da wäre z.B. “Strategic Management; Competitiveness and Globalization” für Business Strategy oder “Information Ages: Literacy, Numeracy, and the Computer Revolution” für Philosophy. Ansonsten noch etliche weitere Artikel aus diversen Büchern, PDFs oder Online-Ressourcen. In der Regel muss ich immer bestimmte Abschnitte bis zu einem bestimmten Tag oder Woche durchnehmen.
Dennoch sind die Kurse recht interessant und ich bin gespannt, was mich noch so erwartet. Einzig bei dem Philokurs hab ich Probleme den Prof akustisch zu verstehen. Er redet sehr leise und auch ein wenig in sein Bärtchen rein. Aber daran werde ich mich mit der Zeit sicherlich gewöhnen.
Library
Zu einem anständigem Studium gehört natürlich auch die Bibliothek. Eine recht große befindet sich selbstversändlich direkt auf dem Campus. Ich hatte auch schon ein Foto von einem der Computerräume hochgeladen. Dazu stellt euch einfach noch eine weitere Etage voller Rechner, drei Etagen voller Bücher mit diversen Arbeitsplätzen (ohne PC), Gruppenarbeitsplätzen und Projekträume vor. Das alles wird auch fleißig und sogar bis spät in die Nacht oder sogar in den Morgengrauen genutzt. Okay, vielleicht jetzt noch nicht in den Morgengrauen, aber mag man den Gerüchten glauben, wird das zum Semesterende hin der Fall sein. Natürlich sind hier nicht die ganze Zeit Mitarbeiter der Bib vor Ort. Dazu kann man einfach eine Zugangsberechtigung auf seinen Studentenausweis geben lassen und schon hat man Zutritt zum nächtlichen Lab.
Nichtsdestotrotz sollte man bei den langen Öffnungszeiten auch im Auge behalten, wann die letzte Tram oder Zug nach Hause fährt. Sonst kommt man schnell in die Versuchung einfach in der Bib zu nächtigen. Das ist mir nämlich direkt am Sonntag Abend passiert. Ich saß mit einem Freund in der Bib und erklärte ihm ein wenig wie Premiere funktioniert (ein bisschen protzen kann ich nun doch Dank Kurt ^^) und zakk war es ca. 23.45h. Schnell sind wir zur Tram gelaufen, um dort festzustellen, dass mich keine Tram mehr bis nach Hause fährt. Auch Umwege über Zug oder Nachtbus war unmöglich. Denn an einem Sonntag fährt nichts mehr ab ca. 23.30/24Uhr. Meine einzigste kostengünstige Alternative und ohne 2 Stunden nach Hause laufen, bot mir dann die Couch im Hause meines Freundes an. Gerade nochmal gut gegangen 🙂
Drinking, Food and Fun
Ein weiterer wichtiger Aspekt darf man ebenfalls nicht vergessen: Trinken, Essen und soziale Kontakte pflegen. Hier am Campus gibt es bspw. keine Mensa wie wir das in Deutschland gewohnt sind. Dafür sind genügend Möglichkeiten auf dem Campus oder in der näheren Umgebung mit zig Cafés, Imbisse, Supermärkte, Fast Food Läden und Restaurants.
Weitere Möglichkeiten als einfach nur irgendwo auf dem Campus zu quatschen, bieten die verschiedenen Clubs und Sportmöglichkeiten. Wobei man für die meisten Angeboten noch einen kleinen Mitgliedschaftsbeitrag zahlen darf. Also ein weitgehenst kostenloses Unisportangebot ist hier Fehl am Platz. Ob sich das dann auf die Qualität auswirkt kann ich derzeit nicht sagen. Da ich mich noch nicht entschieden habe, ob ich hier irgendwo beitrete.
Nightlife
Gerne würde ich hierzu viel mehr aus eigener Bereichterstattung erzählen. Aber derzeit versuche ich mein “going out” nicht zu sehr überzustrapazieren, um meinen kleinen Geldbeutel nicht zu sehr zu überlasten. Es gab aber immerhin vergangenen Freitag eine offizielle “Swinburne Welcome Night” für Exchangestudents, also auch mit Swinburne Studenten die selbst ein Auslandssemester eingelegt haben. Das “Hawthorn Hotel” wurde dazu auserkoren. Die meisten solcher Swinburne Veranstaltungen finden in dieser Bar (nein, kein herkömmliches Hotel) statt. Nachdem das zur Hälfte von der Uni gesponserte Geld vertrunken war, trennten sich mal wieder schnell die Wege. Ein paar versuchen ihr Glück im CBD (Central Business District, Innenstadt), gingen zu jemanden nach Hause oder einfach auch nur zu sich selbst nach Hause. Ich selbst hab mich dafür entschieden mit ein paar Leuten in das “Castle” zu gehen. Das kleine Schlösslein ist einfach ein größeres Haus in dem an die 20 Leute wohnen. Darunter einige der Exchange- und Abroad Studenten. Letztenendes war das Wohnzimmer voll von Leuten und gegen 00h wurden wir dann auch von den anderen Hausbewohnern rausgeschmissen. Tja, da war die Party dann auch um. Wie ich in den folgenden Tagen erfuhr, hatten die Leute, die ins CBD gefahren sind, nicht so viel Glück. Sie sind einfach in keinen Club reingekommen. Was wohl am häufigsten daran lag, dass die Clubs angeblich zu voll waren und zusätzlich hatte wohl ein Mädl ihren Perso nicht dabei.
Okay, genug für heute. Kann ja nicht all mein Pulver jetzt schon verschießen 😉 Nächstes mal kommen dann sicherlich wieder ein paar Fotos.